Aktuelle Informationen aus Japan

8.9.2016 Sepp aus Japan schickt mir diesen interessanten Link:

Der Artikel ist nicht neu aber ich finde aktueller denn je…

http://www.nzz.ch/feuilleton/schauplatz/wissen-wann-es-genug-ist-1.18649246

7.2.2016 Japan News – Infos – Nordkorea startet einen Marschflugkörper…

09:31 Ortszeit: Abschuss einer Rakete auf dem Territorium von N-Korea.

Marschflugkörper unterwegs Richtung Süden/Okinawa.

J-Alert auf allen Medien.

Krisenstäbe im Einsatz, Regierung versammelt, Premierminister wendet sich an die Bevölkerung; Bevölkerung wird aufgefordert, auf Meldungen in den Medien zu achten.

0945: Marschflugkörper hat den Luftraum über japanischem Hoheitsgebiet ohne Vorkommnisse überquert und ist weiter nach Süden unterwegs.

Japanische Satelliten und Radarsysteme verfolgen den Weiterflug. Enge Abstimmung mit den Streitkräften der USA und S-Korea.

Derzeit kein Anlass für Abwehrmaßnahmen seitens der JDF (Japanische Selbstverteidigungsstreitkräfte).

Sepp, danke für die Informationen aus „unserem“ Japan.

HG Ossi

http://www.nzz.ch/international/unbeeindruckt-von-kritik-lanciert-nordkorea-eine-langstreckenrakete-1.18691279?extcid=Newsletter_08022016_Top-News_am_Morgen

  Ume 2016 Japan Foto Josef Bohaczek (Groß)

 

 

 

 

 

 

 

Renshi Sepp aus Tokio hat dieses wunderbare Bild gesendet. Trotz Wintereinbruch blüht schon die „UME“.  http://www.sakura-house.com/blog/de/2014/02/28/ume-und-sakura-fruhling-in-japan/

10.09.2015

Lieber Ossi, ein Wort zur herrschenden Wetterlage: die beiden Taifune Nr. 17 und Nr. 18 haben eine Situation geschaffen, die wieder einmal alles Bisherige übertrifft. Alle Flüsse sind über die Ufer getreten, viele Dörfer und ganze Städte stehen unter Wasser, Brücke brechen weg, Betonbauten kippen um, weil die aufgeweichten Fundamente das Gewicht nicht halten können, Wasserkraftwerke müssen den Betrieb einstellen, Hänge rutschen ab usw. Im gesamten Kanto-Gebiet (Tokyo und angrenzende Präfekturen, Gegenden, die wir 2010 besucht haben) wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. D.h., die Einwohner wurden aufgefordert, alles zur Rettung bzw. Sicherung des eigenen Lebens zu unternehmen (sichere Orte aufsuchen etc.). Das Fernsehen berichtet rund um die Uhr, die TV-Sprecher fordern die Menschen der betroffenen Gebiete auf, nicht nur über Telefon um Hilfe zu bitten, sondern sich nicht zu genieren, aus geöffneten Fenstern laut um Hilfe zu rufen, falls die Situation das erfordert.

Die Schäden sind bereits unermesslich, doch der Zustrom feuchter Luftmassen aus dem Pazifik hält an (Taifun Nr. 17!). Die exorbitanten Niederschläge daher ebenfalls. Polizei, Feuerwehr, Militär, Freiwillige sind im Dauereinsatz. Die Regierung hat Sondermaßnahmen zur Existenzsicherung der betroffenen Bevölkerung ergriffen. Die Umwelt hat wieder einmal Zehntausende zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht…

Soviel zur Lage.

Herzliche Grüße

Sepp

20.07.2015 

Lieber Ossi,

noch ein Wort zu „Deinem“ Japan: Mir geht es ja auch so. Gerade weil unsereinem dieses Land eben nicht egal ist, leiden wir darunter, wenn die Dinge grob aus dem Lot sind. Gegenüber der „zweiten“ Heimat sind wir halt genauso empfindlich wie gegenüber der ersten; vielleicht sogar noch empfindlicher, weil wir doch vieles anders sehen als die Einheimischen.

 

Zu einem anderen Thema: Kürzlich war eine Doku im TV über Wandern, vor allem Bergwandern in Japan. Du weißt, Geher und Wanderer waren die Japaner nie. Deshalb gab und gibt es auch fast nirgends Spazier-, Geh- und Wanderwege.

Das ändert sich seit einigen Jahren rasant und hat natürlich mit den Änderungen des Freizeitverhaltens zu tun. Dass es so etwas wie Freizeit gibt, ist die erste Neuigkeit. Damit stellt sich aber die Frage: Was machen wir in der Freizeit?

Diese Frage wird heute anders beantwortet als noch vor 20 Jahren. Für immer mehr Menschen wurde und wird Wandern, Bergsteigen, Klettern zu einem beliebten Hobby, dem sie viel Zeit und auch Geld widmen.

Im Zusammenhang damit erfolgte in verschiedenen Regionen und Präfekturen das Anlegen von Naturpfaden, Wanderrouten usw., aber auch die Ausbildung von Bergrettungs- und Bergungsdiensten, denn Japan besteht vorwiegend aus Bergland   ( http://www.tv-plus.de/länder-menschen-abenteuer-wo-japan-jodelt ).

Neuerdings wird dabei ein echtes Dilemma sichtbar: Zum Wandern und Bergsteigen braucht man Zeit. Wer hat die? Die älteren Menschen. Vor allem die über 60. In der erwähnten Doku wurde daher darauf hingewiesen, dass in mehr als der Hälfte aller Bergunfälle der letzten Jahre Personen im Alter von 60+ verwickelt waren. 

Keine Überraschung für einen Insider wie Dich. Der wesentliche Punkt dabei ist, dass die Betroffenen körperlich fit sind und sich auch sorgfältig fit halten. Auf dem Berg kommt es aber zu Situationen, die regelmäßig auch die Fitesten überfordern.

Man hat daher begonnen, eine Art „Schnuppertouren“ zu organisieren: Eine sorgfältig ausgewählte Strecke, eine festgelegte Anzahl von Höhenmetern, Standardbekleidung und -ausrüstung, ein 20kg-Rucksack usw. Die Teilnehmer müssen ein bestimmtes Zeitlimit einhalten bzw. ihre persönliche Leistung mit einer durchschnittlichen Leistung vergleichen. So lernen sie ihr Limit kennen und können selbst entscheiden, was, d.h. welchen Berg, welche Route sie sich zutrauen dürfen ohne leichtfertig Rettungsbedarf zu verursachen.

Herzliche Grüße an alle

Euer Sepp

 Im Südpazifik hat sich der Taifun Nr. 12 gebildet. Er wird in einem großen Bogen nach Norden ziehen, d.h., er kommt auf Honshu zu und wird am Wochenende hier sein…

18.07.2015 

Lieber Ossi,

danke für Deine Stellungnahme.

Dieses Tauziehen zwischen der Präfekturverwaltung von Okinawa, der  Zentralregierung in Tokyo und den Vertretern der amerikanischen Besatzungsmacht in Japan bzw. der US-Regierung dauert schon sehr lange. 

Die USA haben weltweit an die 900 Militärstützpunkte. 10% davon allein in Japan und davon mehr als ein Drittel in Okinawa. Das reicht eigentlich, sollte man annehmen. Doch die strategische Planung hat sich einen weiteren Luftwaffenstützpunkt in den Kopf gesetzt. Justament dort, wo es wunderbare Korallenriffe und eine reiche Unterwasserlandschaft gibt. Natürlich auch ein Touristenparadies. Genau dort, wo auch die Seekühe sind (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dugong ).

Generationen von Gouverneuren haben bereits alles in ihrer Macht Stehende unternommen, um die irrsinnigen Willküraktionen der amerikanischen Besatzer – die sich wegen der Optik offiziell immer „Verbündete“ nennen – einzubremsen. Man hat mit den Kommandanten vor Ort, den Botschaftern, aber auch mehreren US-Präsidenten geredet, sie gebeten und angefleht. Erfolglos. Genau so wie die zahlreichen Petitionen und die von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragenen, oft sehr leidenschaftlichen Demonstrationen.

Die japanische Regierung vergibt zwar regelmäßig Trostpflaster in Form finanzieller Zuwendungen (wer die wohl kriegt?) und finanziert „Entwickungsprojekte“, weist aber stets und mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns auf die für Japan (angeblich) existenzwichtige militärische „Partnerschaft“ mit den USA hin. Aus diesem Grund, so fügt man dann immer und mit noch größerem Bedauern hinzu, sei man eben leider gezwungen, die Auflagen des Sicherheitsvertrages getreu zu erfüllen. Da sei eben – noch einmal leider – nichts zu machen.

Die letzte Entgegnung eines Sprechers der US-Regierung und auch eines Pentagonsprechers war hier in den Nachrichten zu sehen. Der Regierungssprecher meinte, die Regierung erwarte die zeitnahe und verabredungsgemäße Umsetzung der Konstruktionspläne; der Pentagonsprecher wies darauf hin, dass die von der Präfekturverwaltung vorgeschlagene Änderung auf eine Änderung der strategischen Richtlinien hinauslaufen würde, „and this is not going to happen!“

Das war’s, und dem Herrn Gouverneur wurde gestattet, sich zurückzuziehen.

Zweifellos kommen die seit Jahren bestehenden Spannungen mit China im Südchinesischen Meer sowie die ständige Invasion hunderter chinesischer Boote, die in japanischen Gewässern (!) bergeweise die in China sehr geschätzten roten Korallen abräumen und dann wieder abhauen, den amerikanischen Militärs durchaus zupass, weil das die japanische Seite mundtot macht. Die Frage: Wer hilft uns sonst gegen China? ist schwer zu beantworten und wird so zum Totschlag-Argument.

Herzliche Grüße

Sepp

2015-07-18 – News vom Sepp aus Japan

Hallo Ossi! Diese Nachricht erreichte mich heute. Das besonders „Herzerwärmende“ ist, dass die despotisch auftretende US-Besatzungsmacht das Problem seit vielen Jahren kennt, auf die geplante Air-Base auch gut und gern verzichten könnte, wie einige ihrer Exponenten klar gesagt haben, es aber aus Prinzip nicht tut. Unter dem Motto: „Da möcht‘ ja sonst ein jeder kommen“ (sie sagen’s halt auf Englisch…). Zur gefälligen Kenntnisnahme, mit herzlichen Grüßen

Sepp

 

Lieber Sepp! Masako und ich sind uns einig: Wir sind bei der Petition mit dabei.

(Bin selten irgendwo dabei,  aber das schreit wieder mal zum Himmel) Irgendwo denk ich die USA sind dort nicht schlecht für ein wenig Balance (Korea, China usw….) Hab aber natürlich zu wenig Einblick in die Details.

Nicht nur als Sport Ossi und Outdoorcenter Chef bin ich gegen solche Eingriffe in die Natur, noch dazu an so sensiblen Plätzen wie diesen und sag klar NEIN!

Sucht euch einen anderen Platz. Nicht die letzten Riffe!!!

HG Ossi